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„Ihr macht das schon sehr geil und mit Herzblut“ – Ein Interview zwischen Skydeck und Omnigo

Jasmin Hüther und Alexander Schmid von OmniGo waren am 01.07. im Skydeck zu Gast. Tobias Dietz interviewte die beiden, um Tipps und Tricks beim Umsetzen eigener Ideen zu sammeln.

 

Tobias Dietz: Herzlich Willkommen ihr beiden! Stellt euch doch erst mal gegenseitig vor.

Jasmin Hüther: Oh je. Also, das ist Alexander Schmid. Er ist Maschinenbauer und arbeitet in der Automobil- bzw. Zulieferungsindustrie. Er baut internationale Standorte für seinen Arbeitgeber auf. Er ist ‘ne coole Socke, sehr interessiert und kommunikativ, nachdem er ein wenig aufgetaut ist (lacht).

Alexander Schmied: Neben mir sitzt Jasmin Hüther. Sie arbeitet als Consultant bei Capgemini und ist eine absolut mobilitäts- und reisebegeisterte Person. Das ist das Wichtigste, was ich über sie sagen kann.

TD: Was ist eure Idee, die ihr umgesetzt habt? Welches Unternehmen wolltet ihr gründen?

JH: Angefangen hat alles mit einer Idee, die ich bei einem Startup-Weekend in München gepitcht hatte. Da ging es um eine B2B-orientierte Mobilitäts-Plattform mit komplettem Reporting. Das Ergebnis des Wochenendes war ein MVP, das da hieß OmniGo. Diese App erlaubte intermodalen Verkehr; nicht nur suchen, sondern auch buchen, was es zu dem Zeitpunkt auf dem Markt in der Form noch nicht gab. Das hat sich mittlerweile geändert, was uns zum ersten Pivot geführt hat. Über ein paar Stufen sind wir dann zum Thema Reisemarkt gekommen – nicht nur intermodales Reisen, wenn man zur Arbeit fahren will, sondern wirklich Hin- und Rückreise zum Flug, etwa wenn man in den Urlaub fliegen möchte. Mittlerweile haben wir auch einen Kunden mit einer kompletten Genossenschaft von Reiseagenturen identifizieren können und sind dann irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass wir jetzt ein cooles Produkt hätten. Leider ist die Motivation dahinter aber nicht mehr dieselbe wie beim Anfangsprodukt.

TD: Könnt ihr nochmal was dazu sagen, wie ihr dann zur Bahn gekommen seid? Erzählt ein bisschen was zu unserer Kooperation… und vielleicht ein bisschen mehr zu allem.

JH: Zu „allem“ kann ich kurz etwas sagen, zur DB dann gerne Alex. Ich habe am Startup-Weekend teilgenommen und gewonnen. Der Preis war, ins Skydeck zu kommen – ich hab praktisch das Skydeck und Darren Cooper gewonnen. Das Team vom Wochenende hat sich dann schnell zerschlagen; ich wusste aber, dass ich nicht alleine hier her kommen und auch nicht alleine gründen wollte. Wenn die Idee wirklich fliegen sollte, wollte ich einen Partner. Ich kenne Alex schon seit vielen Jahren und er war sofort dabei.

AS: Als wir dann bei der DB angefangen haben, dachten wir erst: „Deutsche Bahn; groß und auch noch Staatsunternehmen… Was wird uns hier erwarten?“. Als wir dann ins Skydeck kamen, war‘s allein von den Räumlichkeiten, die wir vorfanden, die absolute Überraschung! Die Menschen, unter anderem Darren, und wie innovativ hier gearbeitet wird. Was uns den größten Benefit gebracht hat, war letztendlich das Netzwerk an Menschen, an begeisterten innovativ denkenden Menschen, die sich hier im Skydeck bewegen, die wir über die Monate hinweg kennenlernen durften.

JH: Nicht zu vergessen die Offenheit. Wie offen sowohl DB-Interne als auch Externe, mit denen Darren uns in Kontakt gebracht hat, mit uns geredet haben. Tatsächlich hat mich persönlich vor allem die Offenheit der DBler sehr überrascht.

AS: Außerdem ist die Feedbackkultur, die wir wahrgenommen haben, insofern einzigartig, dass sie über Hierarchieebenen in der „alten Welt“ hinweggeht. Hier nimmt kaum einer ein Blatt vor den Mund. Wir haben bis auf VP-Ebene zu unseren Themen Feedback bekommen – diese konstruktive Firmenkultur (wie wir sie zumindest hier im Skydeck erleben durften) ist einzigartig.

JH: Auch wenn wir diese erste Idee nicht mehr weiterverfolgen, war es für uns eine unglaubliche Bereicherung, die Leute kennenzulernen. Die Zeit war super spannend und angenehmen; wir wurden sehr freundlich aufgenommen. Auch wenn unsere Zeit im Skydeck jetzt zu Ende ist, kommen wir noch mehr oder minder regelmäßig hierher, um den Kontakt aufrecht zu erhalten –weil wir eingeladen werden, was uns natürlich sehr freut. Das spricht auch für die persönliche Verbindung. Es war echt ‘ne coole Zeit!

TD: Das freut mich total! Für die DB Systel war es auch eine große Bereicherung. Das ist übrigens auch die perfekte Überleitung zu meiner nächsten Frage: Was habt ihr mitgenommen? Welches Feedback habt ihr bekommen und was ist nachhaltig geblieben?

JH: Wir hatten zu jedem Zeitpunkt, zu dem wir ein neues Kapitel in der Ideenfindung hatten, einen Ansprechpartner, mit dem wir diskutieren konnten und der uns ehrliches Feedback gegeben hat. Die schwerste Entscheidung war es, am Ende zu sagen „Jetzt haben wir zwar 20 Reisebüros“ – das ist ja schon ‘ne Hausnummer – “aber wir hören trotzdem auf“. Aber auch zu sich selbst ehrlich zu sein und zu sagen: „Wir könnten das jetzt tun, aber wir wollen das nicht mehr“ und das auch offen mit jemandem diskutieren zu können, der auch schon das ein oder andere Startup gesehen hat, ist eine unglaubliche Bereicherung gewesen. Das hat uns wirklich unterstützt und in unserer Entscheidung bestärkt. Sowohl beim Abschluss aber auch in den Pivots dazwischen hat uns der kompetente Ansprechpartner geholfen. Auch zu sehen, wie es bei uns als angehendes Startup im Gegensatz zum Innovationsbereich des Großkonzern – ist ja auch nicht irgendeiner – läuft. Wir haben gesehen, was eure Herausforderungen sind, wie ihr sie managt, was eure Erwartungshaltung ist und wie das mit den Strukturen läuft. Das alles mal von innen zu sehen, war für mich, die seit einem Jahr bei einem großen und davor bei einem mittleren Unternehmen gearbeitet hat, super interessant. Uns ist klar, dass das, was ihr tut, nicht einfach ist, aber ich finde, ihr macht das schon sehr geil und mit Herzblut. Und auch ungeachtet von meinem eigenen Startup-Thema ist das unglaublich interessant, weil ich jetzt ein komplett anderes Bild von der DB habe – also wirklich komplett anders!

AS: Was ich noch zur Feedbackkultur ergänzen kann: Die Art und Weise, wie schnell man Feedback bekommt, bzw. wie schnell man an die richtigen Leute kommt, die einem Feedback geben können, ist super. Dass es kein Prozess ist und ich einen Tag warten muss – innerhalb einer halben Stunde ist das Feedback möglich. Das hilft unglaublich beim acceleraten seiner Ideen.

TD: Wie sieht jetzt der weitere Weg für OmniGo und für euch aus?

JH: Wir haben das Thema jetzt erst einmal aus den vorher genannten Gründen auf Eis gelegt. Die Ursprungsidee können wir so auch nicht weiterverfolgen. Wir wollten kein “mee too“-Produkt sondern etwas eigenes, was es noch nicht gibt. Jeder von uns hat nebenher auch noch andere Projekte, wir sind beide voll berufstätig. Wir werden so verfahren, dass wir einfach drauf warten, was noch kommt. Wir sind offen und halten Augen und Ohren offen. Außerdem sind wir auch weiterhin in der Startup-Szene in Stuttgart und München stark vernetzt. Ich nehme auch weiterhin an Startup-Weekends teil, weil ich den Spirit geil finde und es tierisch Spaß macht. In der Zwischenzeit hatte ich etwas mit Vorhersage von Verkehrsflüssen zu tun, was nun aus anderen Gründen auseinander gegangen ist – das ist aber auch nicht schlimm! Ich organisiere seit Mai eine Vortragsreihe namens 12min.me, die auch dazu dient die Szene in Stuttgart weiter zu fördern. Darüber lerne ich auch sehr viele spannende Menschen kennen. Die Zeit ist einfach super spannend. Wir nehmen alles mit, was wir kriegen können.

TD: Ihr wisst ja, dass wir im Skydeck auch Ideen aus dem Konzern vorantreiben. Was sind die wichtigsten Hinweise, die ihr unseren Intrapreneuren geben wollt, damit sie ihre Idee zum Erfolg bringen und die richtigen Entscheidungen treffen?

JH: Ich glaube, das was wir hier gemerkt haben, dieser Esprit aus dem Skydeck, ist die ideale Plattform, um seine Idee umzusetzen. Das muss man hier über‘s Skydeck machen. Die Leute, die hier sitzen, haben die richtigen Kontakte, die man selber nie bekommen würde, weil das Unternehmen einfach zu groß ist. Mein Tipp wäre, sich einfach durchzubeißen. Wirklich durchbeißen und die Idee weiterverfolgen und das nutzen, was man von der DB geboten bekommt. Wir haben die DB als Unternehmen kennenglernt, wo viele Ideen und Innovationen am Aufkeimen sind. Das muss man einfach nutzen, weil das Gold wert ist.

AS: Ich würde all denen, die eine Idee haben, empfehlen, dass sie sich in der Organisation zeigen, sich durchpitchen, kommunizieren, ihre Idee im Skydeck und dessen Umfeld kundtun, um von ganz vielen Seiten Feedback einzuholen. Dann sollte man mit den Tools aus dem Skydeck die Idee verfeinern, um die Chance zu erhöhen, die Idee selbst verwirklich zu können – beispielsweise in der PL-Funktion – um im Unternehmen präsent zu sein. Um stolz drauf zu sein und sagen zu können: „das war meine Idee, das hab ich umgesetzt. Das bringt es und das ist vor allem nach außen sichtbar!“. Das wär einfach so meine Empfehlung für alle Entrepreneure, die hier reinkommen, ob intern oder extern. Diesen Schatz zu nutzen – dieses Mindset, der ja schon vorhanden und spürbar ist – und auf dieser Welle mitzusurfen, um die Idee zum Ziel zu bringen!

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