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Freud und Leid des eTag – Ein Statement des Teams zu ihrem Ausstieg

Unsere Skydeck Screw feierte mit den aktuellen Ideenteams vor kurzem das Bergfest, um die geschaffte Hälfte des Accelerators wertzuschätzen, doch nicht alle Teams schafften den steilen Aufstieg. Das Team eTag brach unglücklicherweise ihr Vorhaben frühzeitig – oder eher rechtzeitig – ab. Die genauen Gründe und warum diese helfen können, euch die Angst vor dem Scheitern zu nehmen, erfahrt ihr hier.

Das Team eTag konzentrierte sich auf ein elektronisches Namensschild, das Papier- und Plastik-Namensschilder ablösen sollte. Die Idee zielte auf eine immense Erleichterung der Organisation von Veranstaltungen. Außerdem waren noch weitere Use Cases vorgesehen, die letztendlich nicht mehr in Angriff genommen werden konnten. Im folgenden Statement geht Teammitglied Heike Kotilge auf alle Schritte ein, die das eTag Team schließlich zu seiner Entscheidung des Abbruchs geführt hat. Die Skydeck Crew bedankt sich herzlich für die tolle und lehrreiche Zusammenarbeit.


Als Organisatorin verschiedener großer Events (größtes > 1.000 Personen) habe ich immer wieder eine unliebsame Aufgabe zu erledigen: die Erstellung von Namensschildern. Ganz viel händische Arbeit vor der Veranstaltung und ganz viel Müll nach der Veranstaltung. Also stellte ich mir die Frage, ob das in Zeiten der Digitalisierung nicht besser gehen würde. Nach mehreren Gesprächen mit meinem Kollegen Martin Kemper war klar, dass ePaper dafür eine geeignete Lösung sein könnte. ePaper lässt sich bis zu 1.000.000 x betanken. So ein eTag könnte also immer und immer wieder verwendet werden. Wow, das klang nach einem Plan. Nachdem ich dann auch zufällig noch Peggy Karstedt getroffen hatte, die diese Idee klasse fand, stand fest: wir bewerben uns im Accelerator-Programm.

Schon im Vorfeld bekamen wir viel unbürokratische Unterstützung vom Skydeck: schnell gemeinsam das Anmeldeformular ausgefüllt – Foliensatz erstellt – gepitcht – gewonnen 😊. Naja, das war jetzt wirklich die Kurzform. Es ist schon ganz schön aufregend, vor Publikum und Jury Deine Idee vorzustellen, es geht ja auch um was – nämlich genau ums Gewinnen. So, das hat ja in diesem Fall auch funktioniert, aber die Jury hatte noch ein paar Anmerkungen für uns. So waren sie noch nicht ganz vom Kundennutzen überzeugt, und einen Business Case hatten wir auch noch nicht. Was noch klasse war bei dem Pitch-Event: wir hatten die Gelegenheit, an einem Marktstand unsere Idee weiter vorzustellen. Dabei haben wir gleich unser Team aufstocken können: Martin Niedernhuber als Softwareentwickler und Barbara Ritter, die vom DB Travelmanagement zu uns kam, also super Connections für uns hatte.

Nächster Schritt: Boot Camp in Erfurt. Ey Leute … die Crew vom Skydeck meint es verdammt ernst mit dem Programm! Drei volle Tage wurden wir von Format zu Format gescheucht, immer unterstützt von Experten. Timetimer und Gong permanent griffbereit. Am Ende des dritten Tages haben wir uns ein Großraumtaxi für 9 Personen vom Skydeck zum Hbf genommen. Auf der Fahrt wurde kein einziges Wort gesprochen – so platt waren wir alle. Neben vielen anderen Dingen haben wir uns in den drei Tagen auf die Interviews mit potenziellen Kunden vorbereitet. Und damit dann auch direkt in der Woche angefangen, hochmotiviert wie wir waren. Natürlich haben wir auch ganz viele Anbieter der Hardware kontaktiert, und haben von einem Anbieter aus Thailand sogar fünf eTags kostenlos zugeschickt bekommen.

Tja, und dann kam der zweite (und für uns letzte) Accelerator-Tag. Bis dahin hatten wir unsere Kundeninterviews geführt, und siehe da: die Kunden hatten nicht wirklich Interesse. Hochprofessionelle Veranstaltungsagenturen haben uns versichert, dass sie einen so reibungslosen Prozess mit den Namensschildern eingeführt haben, dass kein Schmerzpunkt vorhanden war. Eine andere Agentur – die heute schon mit einer hochpreisigen Variante von Namensschildern arbeitet – hatte allerdings Interesse. Sie würden sogar bis zu 10,00 € für so ein Schild bezahlen. Hmmm, da wir im Einkauf allerdings um die 60,00 € investieren müssten … mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. Unser Mentor, Arne Kupetz, hat uns dann noch bei der Errechnung eines Business Cases unterstützt – unser Geschäftsmodell war ja auch eher das Vermieten, nicht das Verkaufen. Der BC war desaströs. 

Und damit ist unsere Idee gestorben. Fail fast … ja ja, das ist in aller Munde. Aber es ist kein schönes Gefühl. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, was für ein wertvolles Programm der Accelerator ist. Ich glaube, ohne das Programm hätten wir erstmal teure Hardware zum Testen gekauft, teure Software geklöppelt … bis hin zum fertigen Produkt. Das hätten wir dann stolz unseren potenziellen Kunden gezeigt, die gesagt hätten: Nö, brauche ich nicht. Durch den Accelerator haben wir nach nur zwei Wochen festgestellt, dass unsere Idee sich (noch) nicht umsetzen lässt. Und damit viel Geld gespart. Wir wurden dann doch noch gefragt, ob wir nicht einen anderen Use Case für ePaper finden wollten. Aber das war der falsche Ansatz für uns. Unser Herz schlug für ein elektronisches Namensschild, nicht für ePaper. 

So gehen wir denn in die Annalen des Accelerator Programms ein – wir waren das erste Team, das freiwillig das Handtuch geschmissen hat. Und wenn wir damit nicht in die Annalen eingehen, dann schaffe ich es eventuell als Pitch-Oma 😊.

Vielen Dank, liebes Accelerator-Team. Das war für uns als eTag-Team eine spannende Erfahrung!

Eure Heike Kotilge

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